Sonntag, 27. Juli 2014

Weltfremd oder ferngesteuert?

Liebe Analognerds,

ich besuche regelmäßig ein Fitnessstudio, weil ich dadurch meine Rückenschmerzen spürbar lindern kann. Wenn ich einem Freund oder einer Freundin von diesem Fitnessstudio erzähle, weil ich glaube, dass der- oder diejenige dort ebenfalls ganz gut aufgehoben wäre, kann ich zur Unterstützung ein Prospekt, eine Preisliste, einen Kursplan oder ein paar Fotos zur Hilfe nehmen, um meine Aussagen zu unterstützen. Kommt es aufgrund meiner Empfehlung zu einem Vertragsabschluss zwischen der Person und meiner Muckibude, bekomme ich als Prämie ein Handtuch, einen Saunagutschein oder vielleicht sogar einen Monat freies Training. Ihr kennt das bestimmt. Funktioniert übrigens auch bei Zeitschriftenabos und ähnlichem ...

In der digitalen Welt ist das ein wenig anders. Dort ist es seit letztem Jahr so, dass ich - um in der Analogwelt zu bleiben - keinerlei Prospekte, Preislisten oder sonstige Sachen mehr vorzeigen darf, ohne eine Lizenzgebühr zu bezahlen. Das nennt sich Leistungsschutzrecht und gilt (wenn man da überhaupt von gelten sprechen kann) seit 2013. Nochmal: Wenn ich jemandem etwas empfehlen möchte, kann es unter Umständen dazu kommen, dass ich dafür als Empfehlender bezahlen muss.

Wenn ihr jetzt zu dem Schluss gekommen seid, dass man als Gesetzgeber eigentlich nicht einen noch größeren an der Klatsche haben kann, dürft ihr mal gespannt nach Spanien schauen. Dort ist eine Lizenzgebühr schon fällig, wenn ich - um mal in der Analogwelt zu bleiben - nur Name und Adresse meines Fitnessstudios nenne, um möglicherweise einen neuen Kunden zu gewinnen. Um dem Fass den Zacken aus der Krone zu schießen, wird dieser Irrsinn damit begründet, dass man verhindern will, dass mir irgendjemand die Adresse eines Hehlers verraten kann, der mir gestohlene Bücher anbietet.

Sach ma, haben die se noch alle!

Herzliche Sonntagsgrüße
Martin

P.S.: Das hier ist mein Fitnessstudio. Ganz lizenzfrei.

Kommentare:

  1. […] und Twitter-Freund Martin macht sich seine Gedanken über das Leistungsschutzrecht und dessen jüngsten Ableger der in Spanien gerade herangezüchtet wird. Und er hat so recht damit, […]

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  2. Unsere Politiker sind nicht blöd, sie sind bösartig. Jeden Tag wenn man die Politiker sieht und hört, denkt man ein paar mal nach, sind die ausnamelos Vollidioten, oder haben die irgendein bösartigen Plan von dem sie uns nichts erzählen, ein sogenanntes "Hidden Agenda".

    Rational überlegt, gibt es nur eine logische Erklärung, die haben einen geheimen, bösartigen Plan, von den sie uns nichts erzählen, aber alle arbeiten auf etwas zu, was uns nicht gesagt wird. Diese These begründe ich damit das soviel Blödheit die unsere Politik täglich an den Tag legt, eigentlich gar nicht möglich ist, nicht von Menschen die vor ein paar Jahren als sie und ihre Partei noch von den Regierenden als unwählbar abgestempelt wurde, sich ganz vernünftig an hörten.

    Es kann nicht sein das jeder Politiker, kommt er an der Macht, einen Hirnschaden bekommt, viel wahrscheinlicher ist es, das wenn sie ins Parlament gehen, sie gesagt kriegen welcheZiele sie anzustreben haben, sonst ist bald vorbei mit schönen Leben auf den Schoß von Luxus und Überfluß. Siehe Piraten, Schill Partei, bald AfD auch.

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